Gefügestörungen (Wirbelsäuleninstabilität, Spondylolisthese)

Grundsätzlich unterscheidet man angeborene von erworbenen Gefügestörungen. Die „Spondylolistesis vera“ ist die angeborene Variante und eher seltener im Vergleich zur „Spondylolisthesis degenerativa“. Allerdings ist die „vera“ häufiger bei jungen Menschen Grund für schon früh einsetzenden Rückenschmerz und die „degenerativa“ betrifft eben eher den im Alter fortgeschrittenen Menschen. Mit einer Gefügestörung lassen sich anatomische Abweichungen zur „Norm“ beschreiben, bei denen meist 2 gelegentlich aber auch mehrere Wirbel untereinander nicht mehr achsengerecht aufeinander stehen, sondern parallel und ggf. auch rotiert verschoben sind. Häufig ist dabei die vermittelnde Bandscheibe zerstört und die Wirbelkörper sind einander angenähert, dadurch entstehen dann gelegentlich auch Neuroforamenstenosen. Der Spinalkanal ist ggf. begleitend verengt. Daraus ergeben sich Symptomkomplexe der Spinalkanalstenose (Wirbelkanaleinengung), der Nervenaustrittskanaleinengung (Neuroforamenstenose) und lokalen Gelenk- und Muskelschmerzen. Typischerweise beschreiben Betroffene ein „Abbrechgefühl“, so als ob der Ober- und Unterkörper in zwei Teile abbrechen würde. Je weniger Muskelmasse im Rücken zur Verfügung steht, desto ausgeprägter die Symptomatik. Führt der spontane Verlauf nach vielen Jahren mit immer wiederkehrenden oft belastungsabhängigen Rückenschmerzen nicht zu einer natürlichen „Versteifung“ ergibt sich die natürliche Frage nach therapeutischen Verfahren, die zu einer Linderung der Beschwerden führt. Auch hier steht die Leidensfähigkeit des Individuums im Vordergrund. Die modernen diagnostischen Verfahren mit MRT, CT, Funktionsröntgen, Myelografie erlauben eine sichere Diagnosestellung im Zusammenhang mit der klinischen Symptomatik/Befundung und der Krankengeschichte (Anamnese). Daraus ergeben sich Therapiekonzepte bis hin zu den operativen Verfahren, die in der Regel leitlinienbasiert sind und damit auch wissenschaftlichen Standards entsprechen. Hat ein Patient keinen Leidensdruck, also tut ihm nichts weh und die körperlichen Funktionen sind ungestört, dann bedarf es in diesem Fall auch keiner Therapie, also auch keinem operativen Eingriff.

Leider ist die Realität eine ganz andere, in aller Regel gibt es funktionelle Störungen und Schmerzen, die häufig über Jahre mit „Hausmitteln“ behandelt werden und erst der deutlich zunehmende Beschwerdedruck und die Angst etwas „Schlimmes“ zu haben führt zur Diagnostik und damit zur Frage der besten Therapie. Hier beginnt dann das Dilemma in der modernen Medizin und Behandlung der Veränderungen, die das zunehmende Lebensalter mit sich bringt. Soll ich die Schmerzen aushalten und/oder dauerhaft Tabletten nehmen, wäre es vielleicht doch besser eine Operation durchführen zulassen? Glaubt man den Nachbarn, Freunden und Medien, hört man häufig: „ Lass Dich bloß nicht gleich operieren! Viele Schlimme Sachen passieren da, oh je, da sitzt Du vielleicht im Rollstuhl…" Nun gut, natürlich können bei einer Operation Fehler passieren, wie auch beim Autofahren, Fliegen usw. Die Regel ist das aber nicht! Schwere Komplikationen sind die absolute Ausnahme. Und so sollte sich jeder zunächst ausreichend bei einem Arzt über sein Beschwerdebild und die Behandlungsoptionen informieren, der in der Diagnostik und Therapie über die ausreichenden, praktischen und theoretischen Kenntnisse verfügt. Das ist in der Regel nicht der Nachbar, Freund und Bekannte oder die Fernsehsendung, auch nicht der Mitarbeiter in der Krankenkasse. Und natürlich wollen Sie, wenn operiert werden muss, nicht von jemandem operiert werden, der das nur selten macht, oder? Insofern ist der in der Wirbelsäulenchirurgie erfahrene Arzt der erste Ansprechpartner, wenn konservative Therapieversuche nur kurzfristige Linderung bringen oder vollständig versagen um unnötige Therapieausweitungen gerade auch im konservativen Bereich zu vermeiden. Eine nicht durchgeführte Operation kann auch ein Fehler sein, dessen Folgen individuell zu ertragen sind.



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